Kings Bounty – The Legend
Ein absoluter Geheim-Tip von der GC08 war unserer Meinung nach der 1c Company Stand. Deren großes aushänge Schild damals King Bounty. Bei Kings Bounty handelt es sich um ein Remake des Klassikers von “New World Computing”, welcher 1990 erschien. Für diejenigen die mit dem Namen “New World Computig” nichts Anfangen können, möchte ich nur ein Spiel wie Heroes of Might and Magic nennen. Wie so häufig ging die Firma pleite und die Rechte landeten wo anders. Meine erste Sorge war, ob ein Remake eines solch alten Spieles überhaupt heute funktioniert und ob Katauri-Games ,welche das Spiel entwickelten, den Titel ordentlich umsetzen würden. Zu meiner Freude kann ich beides bejahen.
Wie für ein gutes Rollenspiel üblich wählt ihr anfangs eure Klasse aus. Ihr habt die wahl zwischen typischen Rollenspielvertretern. Nämlich Krieger, Paladin und Zauberer. Den Babaren, den es noch im Orginal gab wurde hier ersatzlos gestrichen. Die Auswahl des Helden entscheidet seinen Schwerpunkt. Bei jedem Levelanstieg bekommt euer Held verschiedene Runen (rote, grüne oder blaue), die ihr in neue Talente investieren könnt. Die Talente wählt ihr in den einzelnen Talentbäumen aus, die bei allen Klassen gleich sind, dh. das ein Krieger theoretisch genau in den Zauberbaum investieren kann wie ein Zauberer. Natürlich geht das in der Praxis nicht da Ihr mehr rote Runen bekommt als Krieger. Zwar findet ihr bei euren Urkundungstouren auch verschieden farbige Runen, dennoch reichen diese kaum aus um in einen Fremdentalentbaum weit genug investieren zu können.
Habt ihr euch für eine Klasse entschieden wählt ihr einen von vier Schweirigkeitsgraden aus, bei dem besonders Hartgesottene natürlich “Unmöglich” wählen. Danach fängt das Spiel erstmal mit einem wirklich gut gemachten Tutorial an, das euch die wichtigsten Dinge schnell und ausnahmweise nicht Langeweilig erklärt. Habt ihr das Tutorial hinter euch gebracht beginnt das eigentliche Spiel.
Wie Heroes nur ohne Burgenbau und ohne Spielzüge – so könnte man das Spiel am kürzesten beschreiben. Ähnlich wie HoMM steuert ihr den Helden über die Karte – nur eben in Echtzeit. Monster stehen nicht starr auf der Karte sondern laufen Patroulie und greifen den Helden an sobald er sich ihnen nähert. So ist es möglich einfach an Monstern vor bei zulaufen ohne zukämpfen. Wollt ihr dennoch kämpfen empfiehlt sich ein kurzer Rechtsklick auf die gegnerische Gruppe, um deren Stärke im bezug zur eigenen festzustellen. Dies ist auch dringend nötig, da die Welt aus einzelnen Teilkarten besteht und man nicht einfach stur einzelne Segmente durch questet, sondern immer wieder hier und da Quests auf den einzelnen Karten erledigen sollte.
Gekämpft wird in bester Heroes-Manier, in dem man Rundenweise die eigenen Truppen über das Spielfeld manövriert und die Gegnerischen Truppen attackiert. Dabei weisen die Truppen unterschiedliche Spezialattacken auf, welche ebenso wie Zauber (bzw Schriftrollen) geschickt eingesetzt werden wollen. Auf den Schlachtfeldern lässt sich gelegtlich auch die ein oder andere Truhe finden, welche es vor dem Gegner zu erreichen gilt. Habt ihr die Schlacht erfolgreich bestritten bekommt ihr Erfahrung und Gold. Mit letzteren könnt ihr Gegenstände oder neue Truppen rekrutieren, so fern eure Führungsstärke ausreicht. Die Führungsstärke verhindert das ihr nicht mal eben Horden der Stäksten truppen kaufen könnt und Kämpfe spannend bleiben. Damit eure Armee wachsen kann, findet ihr regelmässig Banner die eure Führungsstärke erhöhen und euch so den Kauf von mehr bzw stärkeren Truppen erlaubt.
Wo Licht ist, ist auch bekanntlich Schatten und auch Kings Bounty hat einige Schwächen. Die Kampanie lässt einen roten Faden vermissen und so läuft man des öfteren Orientierungslos rum, ohne recht zu wissen wohin als nächstes. Erschwert wird das ganze noch dadurch das man viele Quest erhält, diese leider keine Stufenangabe haben, so das man einen Dungeon mittendrin verlassen muss da dort ein unbezwingbarer Gegner steht. Videoszequenzen sucht man ebenso vergebens wie eine Sprachausgabe, welche außer beim Intro nirgends vorkommt. Zum Trost gibt es einen wirklich überragenden Soundtrack, welcher schon alleine zum Spielen zu motivieren weiss.
Unglaublich wie ein altes Spielprinzip für frischen Wind sorgt. Neu ist die Mischung aus RPG und TBS nicht, schließlich hat auch Ascension to the Throne, dass das sehr gut umgesetzt (übrigens ebefalls von 1C). Allerdings gibt es hier mehr zu entdecken, zu kämpfen und als Bonus das Heroes-Feeling. Darum sollten Heroes Fans sich das Spiel auf jedenfall angucken. Fans von RPGs und TBS spielen schlagen hier gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Von mir gibt es hier eine klare Kaufempfehlung. Für den günstigen Preis von 38 Euro erhaltet ihr Stundenlangen Spielspass. Wer etwas mehr investrieren möchte kann sich die Collectors Edition (65 Euro) kaufen oder aber die Special Edition (80 Euro). Mich hat das Spiel absolut begeistert und aufgrund der schönen Aufmachung liebäuglich ich persönlich mit der Special Edition.
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