Heavy Rain Review

In Heavy Rain werden wir mit der Frage konfrontiert, wie weit wir für Liebe gehen würden. Man sieht, dass selbst ein einziger Augenblick reicht, um das gesamte Leben zu ändern. Wie weit wir für Liebe gehen würden stellt sich aber wohl erst heraus, wenn wir uns selbst in dieser Situation befinden.
Zum Glück müssen wir uns dieser Frage jetzt nicht gegenüberstellen. Wir stellen uns im folgenden Test allerdings die Frage, ob Heavy Rain überzeugt oder im strömenden Regen untergeht.

Story
Zu Beginn des Spiels scheint alles normal zu sein. Der Jungarchitekt Ethan Mars lebt in einer glücklichen Ehe, hat zwei wundervolle Kinder und ist nebenbei noch erfolgreich im Beruf. Doch dann nimmt die Story eine Kehrtwende. Eine Sekunde aus den Augen gelassen und schon ist Ethan´s Sohn Jason in einem riesigen Kaufhaus verschwunden. Einziger Anhaltspunkt: Ein roter Ballon. Nach minutenlangen Angstzuständen sieht Ethan seinen Sohn Jason auf der gegenüberliegenden Straßenseite… Dann passiert es. Bei einem tragischen Unfall verliert Ethan ein Teil seines Lebens.
Ethan Mars ist nach 6 Monaten Koma wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden aber ist alles andere als Gesund. Die Ehe in Scherben zerbrochen, geplagt von Schuldgefühlen läuft Ethan Gefahr, an seinen psychischen Problemen zugrunde zu gehen…
Einziger Halt nach dieser Tragödie ist sein Sohn Shaun, der ein paar Mal im Monat in seine kleine, überschaubare Wohnung zu Besuch kommt. Nach vagen Annäherungsversuchen haben die beiden seit langer Zeit wieder Spaß zusammen und Ethan gelingt es, Shaun ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Doch hätte Ethan nicht schon genug daran zu knabbern, seine Blackouts in den Griff zu bekommen, verschwindet nun auch noch Shaun.

Der Origami-Killer schlägt zu
Während andere bei strömendem Regen lieber in ihren vier Wänden bleiben, versetzt der sogenannte Origami-Killer die Stadt in Angst und Schrecken. Bereits 8 kleine Jungen zählen zu seinen Opfern, die den Kampf gegen den stetig steigenden Wasserpegel verloren haben. Einzigster Anhaltspunkt ist ein Origami in den Händen und eine Orchidee auf der Brust. Ist Shaun der nächste?
Um dem ganzen Spuk ein Ende zu bereiten, rücken neben Ethan noch 3 weitere Charaktere ins Licht. Während Ethan Mars verzweifelt versucht seine Sohn Shaun zu retten und es dabei öfter um Leben und Tod geht, unterstützt der drogenabhängige FBI Fallanalytiker Norman Jayden die Polizei in den Ermittlungen. Er kann mittels seiner technisch hochentwickelten Brille (ARI) Spuren erkennen, die für das menschliche Auge außerhalb des sichtbaren liegt.
Ebenfalls klammern sich die Eltern der Opfer an den Privatdetektiv Scott Shelby der versucht, den Serienkiller zur Strecke zu bringen. Eher durch Zufall verwickelt ist die junge Journalistin Madison Page, die unter ständigen Schlafstörungen leidet und daher nur in Hotels ein paar ruhige Stunden findet. Aber auch Sie ist ein wichtiger Bestandteil von Heavy Rain.

Architekt und Familienvater Ethan Mars

Journalistin Madison Page

FBI Profiler Norman Jayden
Privatdetektiv Scott Shelby
Gameplay
Fangen wir mit der Steuerung an. Diese ist Anfangs etwas gewöhnungsbedürftig weil ihr euren Protagonisten durch halten der R2-Taste zum laufen bringt und mit dem linken Stick die Richtung vorgebt. Ob der Frau beim Einkauf tragen helfen, den Sohn auf die Schulter nehmen oder eine folgenschwere Entscheidung zu treffen – Ihr habt es in der Hand was euer Charakter tut oder nicht! Um eure Entscheidungen zu treffen oder um euch eure Gedanken anzeigen zu lassen, genügt es wenn ihr die L2 Taste drückt und dann entscheidet. Je nach Situation schwirren die Gedanken mal langsamer, mal schneller um euren Kopf herum. Im Verlaufe des Spiels sollte die Steuerung zwar kein Problem mehr darstellen als noch zu Beginn, dennoch hätte man es besser lösen können.
Kommen wir nun zu den Quick-Time-Events, die auch schon bei Quantic Dream´s früherem Spiel Fahrenheit fester Bestandteil waren. Diese sind ziemlich einfach und stellen keine Herausforderung dar. Dies hat zwar seine Vorteile aber bringt auch einen Kritikpunkt mit sich. So könnt ihr euch zwar völlig der Story und dem gerade passierendem widmen, als sich Gedanken über die Steuerung zu machen, jedoch hätte ich mich über ein paar knifflige Rätsel gefreut.
Solltet ihr euch dennoch einmal vertan haben und euer Charakter sterben, so steckt nicht gleich den Kopf in den Sand, sondern genießt den weiteren Verlauf des Spiels. Durch die Vielzahl an verschiedenen Storyverläufen habt ihr später immer noch die Möglichkeit das Kapitel wieder zu spielen und eure Entscheidungen anders zu fällen.
Grafik & Sound
Optisch hat Heavy Rain so einiges zu bieten. Die Charaktermodelle spielen definitiv in der ersten Liga! Sei es das Haus in dem ihr euch gerade befindet oder einfach das dahinplätschern der Regentropfen – Heavy Rain sieht klasse aus! Einziger Kritikpunkt dabei ist die Detailtreue an einigen Stellen sowie die Übermittlung bestimmter Emotionen die nicht ganz „glaubwürdig“ rüberkommen. So spiegelt sich zum Beispiel bei einem tragischen Moment die Mimik des Charakters nicht der entsprechenden Situation wider. Aber der bekannte WOW-Effekt überwiegt in Heavy Rain eindeutig.
Während bei anderen Spielen der Ladebildschirm oder das Menü einfach nur langweilig ist, verwöhnt Heavy Rain selbst an diesen Stellen unsere Augen. Die Charaktere, die im Ladebildschirm zu sehen sind, sind nahezu Fotorealistisch und zaubern den Spielern immer wieder ein Funkeln in die Augen.
Was wäre eine packende Story ohne passende Musik? Richtig, nicht wirklich viel. Sei es bei einer Verfolgungsjagd oder bei einer Entscheidung, die den Storyverlauf erheblich beeinträchtigen könnte – die akustische Untermahlung von Heavy Rain ist einzigartig! Die dramatische Musik sorgt in vielen Situationen für einen ungemeinen Spannungsfaktor! Mit einer Vielzahl von Sprachen sollte für jeden etwas dabei sein. Auch wenn die englische Sprachausgabe meiner Meinung nach die beste ist, kann sich die deutsche Synchro durchaus sehen lassen. Bis auf wenige Ausnahmen wie zum Beispiel das stöhnen, welches ich an ein paar Stellen als nervend empfand, weiß die deutsche Synchro zu gefallen.

Fazit
Heavy Rain ist eine tolle Mischung aus Spiel und Interaktiver Film. Heavy Rain hebt sich von anderen Spielen ab und bietet eine tolle Story. Die audiovisuelle Komponente steht der Story in nichts nach und fügt sich super ein. Neben dem tollen Sound ist auch die Optik fantastisch. Die Steuerung hat hier und da seine Macken doch die positiven Aspeckte überwiegen in Heavy Rain deutlich. Da ihr den Verlauf der Story in den Händen haltet und der dadurch resultierenden Anzahl an verschiedenen Enden, bietet Quantic Dreams Action-Thriller definitiv einen enormen Widerspielwert. Für alle die sich auf die geniale Story einlassen und Abwechslung möchten, ist Heavy Rain ein Blick wert, wenn nicht sogar ein Must-Have!
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24 Mrz 2010, 2:24 pm
sehr schönes review! ^^