
Willkommen zur Review von Call of Duty: HOMEFRONT…Nein, Spass. Natürlich nur HOMEFRONT, doch spielt man das Spiel fühlt man sich direkt in einem neuen Call of Duty. Aber bietet HOMEFRONT mehr als Call of Duty, wie zum Beispiel neue innovative Ideen oder gar eine gute Story? Das werdet ihr erfahren – in dieser Review.

Story
Die Geschichte beginnt mit einem Video zusammengesetzt aus Nachrichtenarchivmaterial, selbst gedrehtem Material und Grafiken die erklären was im Laufe der Jahre alles bis zum Zeitpunkt des Spieles geschehen ist.
Danach beginnt das Spiel, als wäre es ein Fluch der vergangenen Shooter, mit einer Busfahrt durch die Stadt, von dem man aus Zeuge wird, was auf den Strassen passiert. Es scheint so als haben sich alle untereinander abgeguckt, dass ein Shooter dieser Art immer mit einer Fahrt durch die Stadt beginnen muss. Wie innovativ! (Ironie). Dennoch – das Spiel spielt mit den Gefühlen des Spielers. Man hört Babygeschrei, Scheie anderer Leute. Ganz heftig ist eine Exekution der Eltern vor dem Kind. Das Kind weint und das zieht einen direkt runter. Es wird einem klar, wie skrupellos der Mensch doch sein kann und das Soldaten genau so sein könnten, wissen wir ja nur zu Gut aus vergangenen Tagen.

Gameplay
Das Spiel steuert sich wie ein klassischer Shooter. AWD, Maus dabei und ab gehts. Wer Call of Duty gespielt hat, kommt hier sofort zu Recht. Eigentlich ist alles identisch. Treffen gestaltet sich allerdings etwas schwierig. Die Genauigkeit ist nicht gegeben. Die mitlaufende KI ist ziemlich dumm. Man selbst kann weder Türen öffnen oder eintreten. Wenn also jemand sagt, man solle schnell ins Haus, ist man zwar schneller an der Tür als die KI. Öffnen oder gar eintreten kann aber nur sie diese. Das finde ich etwas ärmlich gelöst, denn Türen sollten keine unsichtbare Wand darstellen. Fenster sind teilweise Wände, also man kann nicht durchgucken, sie gar kaputt schiessen oder einahuen.
Der Kern des Spieles auch hier wieder der Multiplayer. Der ähnelt zwar dem Multiplayer von Call of Duty enorm, dafür funktioniert er technisch einwandfrei (was der von Black Ops ja heute noch nicht tut), die Maps sind wesentlich grösser und hübscher und es gibt Fahrzeuge. Darunter nicht nur ein ferngesteuertes Geschütz-Auto, sondern auch Hubschrauber, Apache, Humver und andere Fahrzeuge mit denen man auf den grossen Maps fahren kann. Auch als Beifahrer kann man sich engagieren und so noch besser Punkte sammeln. Nach jeder Runde gibt es wieder die bekannten Erfahrungspunkte bei denen man im Rang aufsteigen kann, neue Waffen erhält oder andere nützlichen Dinge.
Was nervt ist, dass es keine Schrittgeräusche gibt die man quasi hört. Wenn sich also jemand nähert hört man denjenigen trotz Schrittgeräusche nicht. Das ist etwas traurig. Ausserdem benötigt man zum abschiessen mit allen Waffen ausser dem Scharfschützengewehr vier oder mehr Schüsse. Im Moment nehmen alle das Scharfschützengewehr, da es absolut übermächtig ist. Wo mir am Anfang mit den normalen Waffen wenig Abschüsse pro Map gelangen und ich irgendwann herausfand, dass alle das Scharfschützengewehr nehmen, gelang auch mir beim wechsel zu diesem wesentlich mehr Abschüsse pro Map. Das Leveln geht zwar schneller, aber es macht in dieser Form kaum Spass.
In den Matches bekommt man durch Abschüsse KP-Punkte. Diese kann man direkt im Match einsetzen zb für eine Panzerfaust oder Luftangriffe etc. Wenn man stirbt kann man die Punkte auch in ein Fahrzeug investieren.
Wenn man sich ansonsten das Multiplayer-Menü anschaut sieht man, wie sehr von Call of Duty kopiert wurde. Es gibt Auszeichnungen, Abschuss-Serien, Waffenkammer wo man alles ändern kann und neue Slots freispielen kann etc. Es ist eigentlich exakt wie bei Call of Duty.

Grafik
Grafisch sieht HOMEFRONT akzeptabel aus. Wenn man alle Einstellungen auf das Maximum hat, sieht es eigentlich genauso aus als hätte man die Einstellungen auf das Mittlere oder etwas höhere eingestellt. Will heissen – die Einstellungen machen das Spiel nicht schöner. Die Grafik wirkt etwas veraltet und bewegt sich meiner Meinung nach auf gehobenem Half-Life 2 Niveau. Die Umgebung wirkt teilweise sehr lustlos und kleine Grafikbugs lassen sich sehen. Die restliche Präsentation ist dennoch stimmig. Die Gebiete sehen schön aus und Explosionen können sich sehen lassen. Auch Lichteffekte wurden gut umgesetzt.
3D
Mit dem Nvidia 3D Vision Starter Kit lässt sich das Spiel im schicken 3D spielen. Die stereoskopischen Effekte sind gut – Höhen und Tiefen stimmig. Macht durch die hastigen Bewegungen, Explosionen bei mir allerdings Kopfschmerzen nach einiger Zeit. Dank dem 3DS bin ich halt jetzt 3D-ohne-Brille-verwöhnt.
Sound
Die Auswahl der Sprecher ist schlecht. Hier hört man wieder die typischen Werbesprecher oder Stimmen aus Einspielern von Fernsehsendern. Nichts Gutes an Hollywood dabei.
Musik und Sound sind befriedigend. Explosionen sind gut, leider nicht bombastisch. Schüsse klingen unrealistisch leise.

Fazit
Für Call of Duty wird es immer schwieriger. Immer mehr Spiele nagen am Thron und besser gut kopiert als schlecht neu erfunden. Medal of Honor war meiner Meinung letztes Jahr das bessere Call of Duty im Single-Player-Modus. HOMEFRONT ist das bessere Call of Duty im Multiplayer. Ist aber auch nicht schwer gewesen den schlechten Multiplayer von Black Ops zu übertrumpfen. Das gelingt hier selbst HOMEFRONT mit seinem mittelmässigen Multiplayer-Teil, wo einiges noch der Balancierung und Verbesserung bedarf.
HOMEFRONT wurde im Vorfeld gehypet ohne Ende. Allerdings zu unrecht, denn das Spiel ist ein Blender per exellence. Vollpreis definitiv NICHT wert. Wer hier noch durch den Hype im Vorfeld glaubt er bekäme einen ganz besonderen Shooter irrt. Fetter Trailer, Playboyeinband, Promotion Videos etc. haben scheinbar so viel Geld gefressen das es wohl beim Spiel fehlte. Er ist nicht besser als Black Ops, aber auch nicht schlechter. Einzig gute ist, dass Dedicated Server einwandfrei funktionieren. Das es aber unbalanciert ist und alle mit Scharfschützen rumlaufen macht auch wenig Spass.
Die Kampagne ist mit vier Stunden Spielzeit sehr kurz. Die Enttäschung der Spieler spiegelt sich im Moment auch in den Amazon Rezensionen wieder. Finger weg von diesem Blender. Lieber warten bis das Spiel für 10-20 Euro zu haben ist. Hier hat THQ mehr für die Kampagne ausgeben als für das Spiel selbst.
Ich habe die Nase voll vom xten Call of Duty-Klon. Wie so schön in der Parodie Duty Calls heisst: BORING!
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