
Story:
Dr. Martin Harris (Liam Neeson), seines Zeichens Arzt und aus den Vereinigten Staaten kommt zusammen mit seiner Frau Elisabeth (January Jones) nach Berlin um an einem Ärztekongress teilzunehmen.
Im Hotel angekommen bemerkt er, dass er einen Koffer am Flughafen vergessen hat und lässt sich mit einem Taxi zurückfahren. Und da passiert es: das Taxi kommt von der Straße ab und verunglückt. Harris kommt ins Krankenhaus und erwacht erst Tage später aus dem Koma.
Zurück im Hotel angekommen geschieht das unfassbare: keiner erkennt ihn mehr, selbst seine eigene Frau nicht. Und zu allem Übel scheint auch jemand seine Identität angenommen zu haben, denn seine Frau stellt ihm einen ganz anderen Mann als Dr. Martin Harris vor!
Getrieben von der Suche nach seiner eigenen Identität jagt der echte Harris nun durch Berlin, bald gefolgt von Killern die ihm ans Leder wollen!
Hilfe bekommt er vom Ex-Stasi Ernst Jürgen (Bruno Ganz) und der Taxifahrerin Gina (Diane Kruger) – diese hat er auch bitter nötig, denn hinter diesem Komplott steckt viel mehr als es den Anschein hat!

Info:
Yeah, mit „96 Stunden“ hat Liam Neeson ja bereits gezeigt wie man halb Paris auseinander nimmt. Mag einem der Trailer zu „Unknown Identity“ anfangs auf die gleiche Fährte schicken, liegt man falsch. Zwar gibt es auch hier Verfolgungsjagden und vieles mehr, aber der Film lebt von seiner Spannung und ist ein waschechter Thriller.
Regisseur Serra ist Spanier und hat bereits einige Musikvideos gedreht und uns 2005 den Horror-Schinken „House of Wax“ spendiert, seine jetzige Arbeit ist allerdings weitaus ernsthafter und auch von der Handlung und den Schauspielern um Längen professioneller. Berlin selbst bietet einen wunderbaren düsteren Hintergrund für den Film und wurde auch zum großen Teil an Originalschauplätzen gedreht.

Fazit:
Die Vorspann-Credits sind noch nicht verklungen, da hat einem der Film auch schon gepackt. Als Thriller werden selige Erinnerungen als Hitchcock wach, viele Szenen könnten direkt seiner Feder entsprungen sein!
Der Kniff einen Film mit einem spanischen Regisseur in Berlin mit amerikanischen Schauspielern und deutschen Schauspielern zu drehen ist den Produzenten schon hoch anzurechnen, die Story fesselt ungemein und damit hat der Film einen großen Vorteil gegenüber anderen Produktionen: man möchte den ganzen Film lang einfach wissen wie es weiter geht!
So spannend die Geschichte auch ist, die handwerklichen Fähigkeiten des Regisseurs lassen eine gewisse Raffinesse vermissen. Hätte ein Regisseur wie Brian DePalma (der ja ebenso großer Hitchcock Fan war und immer wieder dessen Handschrift kopierte) das Ganze in die Hand genommen – es wäre ein noch besserer Film geworden.
Immer wieder scheint die Inszenierung zu bemüht und gerade bei Actionszenen wirkt alles wie aus dem Lehrbuch und da vermag das Gefühl nicht auf den Zuschauer überzuspringen. Hier und da ein paar Eye-Candy Szenen für den Trailer, mehr optische Leckerbissen und bessere Kamera-Arbeit hätten der Inszenierung gut getan.
„Unknown Identity“ ist ein spannender Thriller mit einfallsreicher Auflösung, handwerklich solide Inszeniert, manchmal etwas lieblos und dann doch wieder voller Überraschungen.